Kartoffeln akkurat auf Line. Überall wo Wasser zugeleitet werden kann, widmen sich die Bauern in Berg-Mastcho der Kartoffelknolle, denn die bringt am meisten Geld. Könnten sie nach Usbekistan und Turkmenistan exportieren, lebten sie “wie Könige” meint Mualim Achmedov vom Beifahrersitz des Lada Nivas. Je weiter wir das Tal hinauf gelangen, desto reicher werden die Bauern. Madrushkat, ein Dorf auf 2200m, könnte auch in der Schweiz liegen. Es hat einen ganz weltlichen, sovietischen Charme. Das Tal weitet sich zusehends und die Leute haben pro Kopf mehr Land. In dieser Höhe gibt es sogar keinen Kartoffelkäfer mehr.
Am Ende kommt ein heiliges Grag und ein langer Gletscher, von dort kann mensch entweder nördlich über die Berge hinweg nach Kirgistan oder südlich ins berüchtigte Raschtal. Gerüchteweise kommen hier sogar Touristen (Deutsche!) mit dem Fahrrad vorbei. Die Kartoffeln werden mit einem Kamaz (Laster), Modell bis zu 13t, nach Dushanbe transportiert. Das ist eine ganz abenteuerliche Fahrt. Der Kamaz ist vielleicht 3m breit, die in den Fels oder Schutt gegrabene Straße, manchmal 400m über dem Fluss, misst etwa 3.20m. Ohne Asfalt u Leitplanke versteht sich. Es ging mir im Niva nicht gut. Unterwegs lässt man sich das Auto für 1 Somoni segnen. Wir tun es mehrfach. Wenn die 13t Kartoffeln dann in Dushanbe anlangen, sind die Bauern auf einen Schlag reich. Sie kaufen dann den ganzen Kamaz voll neue Sachen für ein Jahr u fahren wieder heim. Angeblich wohnen ganz oben im Tal sagenumwogene Bauern mit 200t Kartoffeln pro Ernte, reich wie der Kalif von Bagdad! Zu denen wird nächste Woche gereist.
Dem gewöhnlichen Bauer sind etwa 0.5ha gegeben, bei ihm reichen die Kartoffeln nur zum selberessen.




