Dörfli

05/08/2011

tägliche aktivities in garibak

Baustelle im Arbeiterviertel; Something a la Mode

31/07/2011


hier wird ein schmales 2 stöckiges haus für 2 familien gebaut. aufgrund der landbesitzverhältnisse wird es schmal u hoch, ohne garten, was insbesondere schlecht ist weil die zukünftigen bewohner sowieso sehr wenig land besitzen. vom nachbar ist kein abtritt von flächen zu erwarten. schon jetzt arbeiten sämtliche halb-erwachsenen männer die meiste zeit des jahres außerhalb des dorfs. mit dem geld (idR aus russland) wird ein enges, schiefes haus gebaut. wieso also in dieses dorf investieren?

wer in russland geld verdient, baut sich so ein haus.  wie mensch sieht, liegt das klo außerhalb. die küche in der regel auch. manchmal entstehen so reine repräsentationspaläste in denen niemand wohnt. denn die männer sind arbeiten, frauen u kinder wohnen in den resten der alten häuser wo sich auch die küche befindet.  

Wie geht es weiter mit den Kartoffeln?

31/07/2011


wenn der preis stimmt, sind alle zufrieden. doch das ist gerade unklar.

basalt

11/07/2011


martialisch wie arno breker am zerafshan.

Kollege Kabb

25/06/2011

 

das zentralasiatische Steinhuhn, in Fachkreisen Chukarhuhn

Kartoffelfeldforscher

24/06/2011


Unfall mit Feldforscher, aber es ist nicht klar wer der Feldforscher ist. Der blaue Drache – jeder sieht ihn, möchte ihn anfassen u erzählt ihm was er will.
Der in ohnmacht gefallene Typ – denn er versteht nichts und hat Angst vor Hunden. Oder das kaputte Fahrrad – für gefährliches Halbwissen?

kartoffelbauern in kuhistoni mastcho

23/06/2011

Kartoffeln akkurat auf Line. Überall wo Wasser zugeleitet werden kann, widmen sich die Bauern in Berg-Mastcho der Kartoffelknolle, denn die bringt am meisten Geld. Könnten sie nach Usbekistan und Turkmenistan exportieren, lebten sie „wie Könige“ meint Mualim Achmedov vom Beifahrersitz des Lada Nivas. Je weiter wir das Tal hinauf gelangen, desto reicher werden die Bauern. Madrushkat, ein Dorf auf 2200m, könnte auch in der Schweiz liegen. Es hat einen ganz weltlichen, sovietischen Charme. Das Tal weitet sich zusehends und die Leute haben pro Kopf mehr Land. In dieser Höhe gibt es sogar keinen Kartoffelkäfer mehr.

Am Ende kommt ein heiliges Grag und ein langer Gletscher, von dort kann mensch entweder nördlich über die Berge hinweg nach Kirgistan oder südlich ins berüchtigte Raschtal. Gerüchteweise kommen hier sogar Touristen (Deutsche!) mit dem Fahrrad vorbei. Die Kartoffeln werden mit einem Kamaz (Laster), Modell bis zu 13t, nach Dushanbe transportiert. Das ist eine ganz abenteuerliche Fahrt. Der Kamaz ist vielleicht 3m breit, die in den Fels oder Schutt gegrabene Straße, manchmal 400m über dem Fluss, misst etwa 3.20m. Ohne Asfalt u Leitplanke versteht sich. Es ging mir im Niva nicht gut. Unterwegs lässt man sich das Auto für 1 Somoni segnen. Wir tun es mehrfach. Wenn die 13t Kartoffeln dann in Dushanbe anlangen, sind die Bauern auf einen Schlag reich. Sie kaufen dann den ganzen Kamaz voll neue Sachen für ein Jahr u fahren wieder heim. Angeblich wohnen ganz oben im Tal sagenumwogene Bauern mit 200t Kartoffeln pro Ernte, reich wie der Kalif von Bagdad! Zu denen wird nächste Woche gereist.

Dem gewöhnlichen Bauer sind etwa 0.5ha gegeben, bei ihm reichen die Kartoffeln nur zum selberessen.

Räuber bei Sarina, Soosun

20/06/2011

Sarina ist selbständige Kleinunternehmerin mit einem Universalwarenladen im Dorf Soosun. Soosun hat sehr wenig Land aber viele Einwohner. Von Landwirtschaft allein kann hier niemand leben, daher sind die Männer größtenteils Saisonarbeiter in Russland oder z.B. als Kamasfahrer aktiv. Auch Sarinas Mann ist oft unterwegs. In Zeiten mit geringer Kundschaft sieht sie entweder TV oder näht oder beides. Musaddas u mir hat sie 2 perfekte Feldforschungstaschen genäht. Die machen über das Dorf hinaus Furore.

mensch, motte, maus

09/06/2011

Soosun, ein Dorf am Eingang zu Kuhistoni Mastcho, das fast ohne professionale Landwirtschaft meint auskommen zu können. Richtige Bauern sind irgendwie nicht zu finden, weil sich die männlichen Bewohner entweder in Russland aufhalten oder irgendwelchen städtischen Geschäften nachgehen. Wir reisen nach 3 Tagen, dh heute, ab.

Bis dato wohne ich allein im alten Haus der Familie von M. Es war lange nicht bewohnt u ist daher etwas runtergekommen. Mein Besuch stört die friedliche Eintracht von Maus u Motte nicht. Zudem ist der Dev, der auch wieder eine Rolle spielt, zum Glück für Ausländer nicht zuständig. Am Nachmittag geht es weiter nach Dascht, ich glaube das heisst Wüste. Mal sehen was uns dort erwartet.

Inzwischen wird das Haus abgerissen. Soosun ist boom town, aus Sverdlowsk kommen die dicken Schecks. Da man schlecht Autos vor der Tür parken kann, sind silberne Blechdächer das Statussymbol Nr.1. Die paar Männer die in dieser Saison zu hause geblieben sind, verdienen etwas als Baumeister. Die neuen Häuser sind dann so schick, dass die Frauen sie aus Respekt gar nicht bewohnen, sondern in den alten Häuschen wohnenbleiben – eben da wo die Küche ist.

hooting and howling

26/05/2011

Besuch bei 1600 Schafen u Ziegen, der Bank des Dorfes. Jeder der Geld hat – u es nicht fehlgeleitet in ein Auto steckt – legt es in Tiere an. Wenn mensch flüssig sein muss wird verkauft u so kommt schnell ein hübsches Sümmchen rein. Also ein Vermögen auf dem Berg. Diesem statten wir einen Sonntagsbesuch ab – zehn Mann Mensch, 2 Esel, 1 Ex-Rennpferd. Um 2 Uhr nachts brechen wir wie richtige Alpinisten von 990m zu 2760m auf, abgesehen davon dass die Mädchen die Tour mit Flippers bzw. Gummischuhen antreten. Männlich = Adidas. Aber das wird alles erst im Licht der Gipfelpyramide sichtbar. Bis dahin bilden Mulloh u ich die Nachhut, immer schön aufs Durchhalten bedacht.

Auf dem Gipfel befindet sich ein heiliges Grab. Die Geschichte des Ortes ist mir aber nicht ganz klar geworden: im elften Jahrhundert kam ein schlangenköpfiger Def (Dämon) der durch Berührung tötete. Er berührte jemanden, der Tote überwand den Def dennoch indem er sich sein Grab auf dem Gipfel einrichtete, was den Def zur Weißglut brachte (weiteres unbekannt). Wir kommen bei unseren verschlungenen Abwärtspfaden, diesmal ohne Mädchen u Tiere, an mehreren mysteriösen Stellen, d.h. Sehenswürdigkeiten, vorbei: Der Ort wo der eine Jäger den anderen Jäger erschoss u die Hirsche Rache übten; der Ort an dem der Russe wegflog (d.h. heruntergefallen ist).

Zunächst wurde aber der ganze Tag im Schatten eines einzigen Baumes auf der Weide verbracht. Zum Mittag gab es Osh, dafür musste vorher eine Ziege dran glauben. Die Hirten leben 10 Monate bei der Herde – mir schien es war ihrem Zartgefühl anzumerken. Zum Glück wird nicht über Schäfer geforscht! Hingegen die kleinen Ziegen und Schäfchen, welch Hort von Unschuld u Sauberkeit.


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